Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Zerstörung

Nyla:

Nachdem eine Bresche in die feindliche Verteidigung geschlagen ist, machen sich Kitty und ich daran, den Weg für die leichter gepanzerten Ulfsarks frei zu machen. Hinter den Löchern liegt noch alles im Nebel der Explosionen und dem Staub der teilweise atomisierten Mauer. Grauer Staub rieselt fast gemächlich auf den Boden während ich langsam durch die Lücke in der Mauer schreite. Dabei halte ich meine Energieklinge fest in den Pfoten um jederzeit reagieren zu können.

Abgesehen von dem sich wiederholenden, beinahe rhythmischen Geräusch der feuernden Artillerie herrscht völlige Ruhe in der feindlichen Stellung. Nichts scheint sich zu rühren. Es ist fast so, als wären die Piraten bei unserem Angriff panisch geflohen. Nur fehlen die Spuren eines derart ungeplanten Rückzugs. Keine in der Eile weggeworfenen Waffen oder panisch über den Haufen gerannte Gegenstände. Die Fässer und Kisten sind ordentlich aufgestellt, bereit jederzeit benutzt zu werden. Zusätzlich sind durch den Staub des Angriffes unsere Sensoren blockiert. Zuviele Interferenzen um etwas zu erkennen. Wachsam halte ich meine Augen auf die sich nur langsam verflüchtigende Staubwolke gerichtet.

Als sich diese langsam zu lichten beginnt, erklingt ein leises, zischelndes Geräusch. So als würde ein Tropfen Wasser im kochenden Öl verdampfen. Keinen Moment später erscheint auch schon die Warnung in meinem Visor. Ein Pfeil weist auf die Richtung hin, aus welcher die Gefahr kommt. Fast augenblicklich setze ich mich in Bewegung. Mit einer Drehung um die eigene Achse bringe ich mich aus dem Weg des Projektils ehe ich mich in einer lauernden, geduckten Position für den Gegenangriff vorbereite. Derweil hält Kitty dem Feindfeuer mit ihrem Energieschild stand. “Direkter Feindkontakt, Zeit den Spieß umzudrehen!”, meint sie über den Comkanal.

Während sich Kitty langsam, fast träge trotz dem feindlichen Feuer nach vorne bewegt und damit den Großteil der Geschosse auf sich zieht, suche ich einen Weg über die feindliche Flanke. Zugute kommt mir nicht nur meine natürliche Agilität, sondern auch die Konstruktionsweise der Rüstung, welche es mir erlaubt, trotz der schweren Panzerung, mich mit der Eleganz eines Raubtieres zu bewegen. Anstatt mich mit dem Schild gegen die anfliegenden Plasmakugeln zu schützen, weiche ich entsprechend auf die Seite aus. Viel Deckung bieten die herumstehenden Kisten nicht, aber ausreichend um nicht direkt ins Sichtfeld der Gegner zu kommen, welch ihrerseits Schutz hinter denkbar ungeeigneten Material suchen.

Schnell springe ich von Deckung zu Deckung, rolle mich über den Boden. Dabei komme dem Feind unaufhaltsam näher. “Uh, lange hält mein Schild das nicht mehr aus”, meldet sich Kitty mit angestrengt klingender Stimme. Nur einen Moment später erklingt eine andere Stimme: “Deckungsfeuer in voraussichtlich neunzig Sekunden.” Die Ulfsarks rücken also langsam vor. Leicht grinsend springe ich über die nächste Deckung, rolle mich über die Schulter ab und lande damit fast auf Höhe der Piraten. Nur noch wenige Meter trennen mich von deren Stellungen. Schneinbar haben sie mich bisher auch noch nicht bemerkt. Vorsichtig hebe ich den Kopf aus der Deckung, um einen Blick auf unsere Feinde zu werfen.

Die wenigsten Piraten können an schwere Rüstungen kommen und noch weniger an wirklich gute Ausführungen. So ist es kein Wunder, das es sich bei unseren Gegnern um einen wild zusammen gewürfelten Haufen uralter Powerrüstungen in diversen Stadien des Verfalls handelt. An manchen Stellen wurde einfach ein Stück Metall darüber geschweißt oder auch einfach nur mit Farbe darüber gepinselt. Von der Statur her scheint es sich um Menschen zu handeln, auch wenn die ein oder andere Rüstung so wirkt, als hätte sich etwas Größeres hineingezwängt. Die großzügige Ausrüstung mit Plasmawaffen spricht jedenfalls nicht unbedingt für menschliche Piraten. Immerhin bevorzuge diese die Railguns. Plasma ist einfach etwas zu instabil.

“Fünfzehn Boogies in leichten, nicht klassifizierbaren Rüstungen. Ausschussware allem Anschein nach”, gebe ich meine Beobachtung an den Rest der Kampfgruppe weiter. “Verstanden, Daten werden ausgewertet und Ziele anvisiert”, kommt die Antwort der Ulfsarks sofort. Auch wenn das Unterstützungsfeuer in ein paar Sekunden die Last von Kittys Schild nimmt, ist die Zeit bis dahin immer noch zu lange. Das superheiße Plasma zerrt extrem an den Energiereserven eines Personenschildes, auch wenn es sich um eine ausgerichtete Varianten von marsianischer Machart handelt. Natürlich würde auch die Rüstung noch einige Treffer aushalten, aber es könnte genauso gut in die Hose gehen.

Noch einmal lasse ich meinen Blick über die Gegner wandern, ehe ich meine Energieklinge anhebe. Ein leichtes Grinsend stiehlt sich auf meine Lippen, bevor ich auch schon über die letzte Deckung springe. Elegant komme ich auf den Beinen auf, strecke meine Waffe nach vorne und stürme auch schon auf die Gegner zu. Noch bevor ich die ersten Meter überwunden habe, wenden sich die ersten Piraten mir zu. Begleitet von dem leisen Zischen des Plasmas lösen sich die gleißend weißen Geschosse aus deren Waffen. Adrenalin durchflutet meinen Körper, jedes einzelne Haar scheint unter Spannung zu stehen. Mit einer blitzschnellen Bewegung wische ich das erste Plasmageschoss mithilfe meines Energieschwertes beiseite, ehe ich mich mit einer Rolle aus der Schussbahn bringe.

Während das heiße Plasma noch von meiner Klinge tropft, springe ich schon wieder vom Boden ab, direkt auf den Gegner zu. Zwei, drei Sprünge und ich sehe dem ersten Piraten direkt in den Visor. Ohne den Helm würden man vermutlich ein sehr überraschtes Gesicht sehen. Einen kurzen Moment flackert das Energieschild der Rüstung auf, ehe es in sich zusammenfällt, als meine Klinge sich durch die Panzerung bohrt. In dem Moment, als ich die Waffe wieder herausziehe, beginnt auch schon ein neuer Hagel an Plasmakugeln auf mich einzuregnen.

Einer Tänzerin gleich bewege ich mich elegant in dem Sperrfeuer. Mit meinem Schwert blocke ich heißes Plasma während Drehungen und Sprünge dafür sorgen, dass die Piraten keine Möglichkeit haben, mich wirklich zu erfassen. Zugleich nähere ich mich den feindlichen Soldaten mit jeder Bewegung weiter. Zwar weichen diese langsam zurück, aber meine Bewegungen bringen mich schneller in ihre Nähe, als sie sich entfernen können. Die Zeit scheint für mich fast still zu stehen. Es ist als würde sich alles in Zeitlupe bewegen. Dann durchschlägt mein Schwert erneut eine feindliche Rüstung, begleitet von dem Geräusch nachgebenden Metalls.

Natürlich bleibt mir die Ehre des Kampfes nicht völlig alleine. Da das Feuer nun nicht mehr auf sie gerichtet ist, rückt Kitty schnell zu mir auf, wenn auch nicht so elegant. Im Gegenteil tritt sie Hindernisse einfach laut krachend auf die Seite. Während ich noch im Fokus der Feinde stehe und mich elegant den Treffern durch die Plasmakugeln entziehe, stampft sie regelrecht durch die Deckung. Ein kräftiger Stoß lässt Kittys brennende Thermitklinge wie Butter durch die feindliche Rüstung gleiten.

In dem Moment scheint es den Piraten zu dämmern, dass sie nicht wirklich eine Chance habe. Anstatt weiter auf uns zu schießen, werfen sie den unnötigen Ballast ihrer Plasmagewehre weg und nehmen regelrecht die Beine in die Hand. Weit allerdings kommen sie nicht. Nach nur wenigen Metern schlagen plötzlich Kugeln rund um sie ein.

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Die wichtigsten Ressourcen für Selfpublisher sind …

MARCUS JOHANUS

Die wichtigsten Ressourcen für Selfpublisher sind...

Den meisten Menschen kommt beim Wort Ressourcen als erstes ihr Bankkonto in den Sinn. Auch Selfpublisher benötigen eine Menge Geld: fürs Lektorat, fürs Korrektorat, fürs Coverdesign und für Werbung. Trotzdem ist Geld für Selfpublisher bei Weitem nicht das Wichtigste.

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Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Unter Feuer

Kitty:
Ich könnte wirklich fast schwören, dass der Planet etwas gegen unsere Anwesenheit hat. Aber vielleicht hat das auch mehr damit zu tun, dass aus einer Vertiefung nur einen halben Klick von uns entfernt gleißendes Plasma in die Höhe geschossen wird. Ich brenne richtig darauf, diesen Piraten in den Hintern zu treten. Niemand greift ungestraft die Trägerflotte Ragnarok an. Danke meinem Display weiß ich auch genau, wo der Rest der Kampfgruppe ist. Nyla befindet sich neben mir während die Ulfsarks mehrere Meter hinter uns sind.

“Lasst uns den dreckigen Piraten einen Denkzettel verpasst, den sie nicht so schnell vergessen”, gebe ich auf den Gruppenkanal durch während ich mich auch schon wieder in Bewegung setze. Zugleich bringe ich das gerichtete Energieschild online und fahre die Thermitklinge an meiner rechten Hand aus. Es mag zwar auf den ersten Blick archaisch wirken, mit Schwert und Schild in den Kampf zu ziehen, aber diese Taktik hat sich bewährt. Davon abgesehen sind in die Rüstung auch noch ein paar Feuerwaffen eingebaut. Nichts, dass ich denke ich würde eine davon auch nur ansatzweise brauchen, aber Vorbereitung ist alles. Außerdem sind die Ulfsarks mit genug Feuerkraft ausgestattet um jeden Feind niederzuhalten.

Fast vom Schneegestöber verdecke kann ich einige Meter von mir entfernt einen goldenen Schimmer ausmachen. Auch Nyla macht ihr Schwert bereit. Raktari Energieklingen sind ein technisches Wunder oder zumindest behaupten das unsere Techniker. Auf alle Fälle sind sie verdammt Effektiv.

Mit schnellen Schritt geht es nun auf die feindliche Stellung zu. Meter um Meter kämpfen wir uns durch die Schneedecke voran, bis wir schließlich die feindliche Artillerie in dem Schneesturm ausmachen können. Nur noch hundert Meter von den Geschützen entfernt, zeichnet sich die Hitze des Plasmas nur zu deutlich auf den Sensoren ab.

In einer lockeren Formation beginnen die Ulfsark den bewaffneten Vormarsch. Mit schweren Railguns bewaffnet, beginnen sie das Feuer zu eröffnen. Auch wenn die Waffen an sich fast lautlos sind, so werden die titanverstärken Projektile soweit beschleunigt, dass sie die Schallmauer durchbrechen, kaum dass sie den Lauf verlassen haben. Die Zielerfassungssysteme der ganzen Gruppe sind gekoppelt, sodass es keinen Unterschied macht, wer den Feind sieht. Ebenso ist es fast nicht möglich, die eigenen Leute zu treffen, besonders wenn sich schwere Infanterie dem Feind nähert.

Nyla beginnt mit dem Vormarsch, kaum dass der erste Schuss gefallen ist. Ich starte nur einen Bruchteil einer Sekunde später. Das leise Surren der Servomotoren meiner Rüstung, welche jede Bewegung begleitet, wird durch die Belastung etwas lauter. Frisch gefallener Schnee wird bei jedem Schritt aufgewirbelt während ich mich weiter der feindlichen Stellung nähere. Innerhalb von nur ein paar Minuten legen wir die restliche Strecke zurück.

In dem Augenblick, in dem uns klar wird, dass der Feind eine Feuerstellung in das Eis gehauen hat, kommen wir auch schon unter Feuer. Kleine Plasmakugeln fliegen uns entgegen und prallen zischend gegen die Schilde. Mein gerichteter Schild hält die heißen Geschosse ohne große Probleme auf, aber dabei muss ich mich hinter diesem halten. Vor mir erstreckt sich eine ungewöhnlich gut vorbereitete Stellung. Die Geschütze sind hinter einer dicken, betonähnlichen Wand. In dieser selbst befinden sich nicht nur Löcher für Schützen, sondern auch automatische Geschütze. Ganz davon abgesehen, dass auf der Mauer selbst noch mehr Waffen zu finden sind.

“Das sieht mir nicht nach einfachen Piraten aus”, kommentiert Nyla beinahe gelassen über den Comkanal. Zugleich schlagen auch schon die ersten Kugeln der Ulfsarks in die Stellung ein. Splitter lösen sich von dem verstärkten Beton und graben sich in die weiße Umgebung. Zugleich streut das Feindfeuer weiter aus, um auch die Ulfsarks zu erwischen. Nyla und ich bewegen uns langsam im Schutz der Schilde weiter nach vorne. Zugleich beginne ich damit, Ziele für meine schweren Waffen zu erfassen.

Meine Haftgranaten erfassen die Ziele fast völlig automatisch. Priorisiert werden vom Kampfprogramm direkte Bedrohungen und mögliche Bruchstellen. Die roten Kreuze in meinem Visor zeigen mir genau an, wohin der Granatwerfer seine Ladung schießen würde. Grüne Kreise dagegen zeigen die Angriffsstellen der restlichen Kampgruppe. “Sind unter schweren Beschuss, Feuerunterstützung nur bedingt möglich”, kommt der Funkspruch von den Ulfsarks. Keinen Moment später antwortet Nyla: “Ziele sind erfasst. Feindfeuer sollte gleich weniger werden.”

Zischend löst sich der Granatwerfer aus dem Rücken meiner Rüstung und verschießt mit einem leisen Plopp die Haftsprengkörper. Zielgenau fliegt die explosive Fracht auf die feindliche Stellung zu. Noch während diese unterwegs ist, zeigt Nyla einmal mehr warum die Raktari den Ruf haben, unschlagbare Kriegerinnen zu sein. Die Betonwände scheinen unter dem Beschuss durch die Raktari zu schmelzen. Gleißendes, helles Licht blitzt in Kaskaden immer wieder auf. Kurz darauf wird mein Sichtfeld auch von dem grellen Licht meiner Sprengladungen erhellt. Der Visor passt sich den veränderten Lichtverhältnissen übergangslos an, sodass ich nicht das Ziel aus den Augen verliere.

Als sich der Rauch nach wenigen Sekunden verzogen hat, befinden sich in der Betonwand zwei große Löcher. Eines durch meine Sprengladungen mit scharfen Kanten und Ecken. Das andere ein fast kreisrundes Loch, geschaffen durch die Energiekanone der Raktari. Die meisten der automatischen Geschütze scheinen den Angriff ebenfalls nicht überstanden zu haben. “Weg frei, wir gehen rein. Wartet auf unser Zeichen bevor ihr folgt”, gebe ich kurz an die Ulfsarks weiter, damit sie nicht ins direkte Schussfeld geraten. Immerhin sind Nyla und ich für die Frontarbeit verantwortlich.

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Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Piraten

Nyla:
Die Betten im Basislager sind nicht gerade das, was ich als kuschelig bezeichnen würde. Allerdings sind sie praktikabel, wie alles in einer schnell auf die Beine gestellten Unterkunft. Zumindest sind sie groß genug. “Hey, sieht aus als müsstest du dich gar nicht zusammenrollen”, meint Kitty mit einem Blick auf die Betten. Amüsiert grinsend gebe ich frech zurück: “Dabei sieht du mich doch gerne als so eine kleine Fellkugel.” Es erklingt ein leises Lachen, dicht gefolgt von einem ‘Pluff’ als sie sich in das Bett fallen lässt.

Man kann es sehen wie man will, aber die militärischen Betten sind einfach wie sie sind. Hart, aber funktionell. Zumindest sind in der Basis die Zimmer für jeweils zwei Personen ausgelegt. Neben den Schlafstätten befinden sich noch einfache Kästen sowie Tische und Stühle in dem Raum. Außerdem gibt es ein direkt angeschlossenes Badezimmer, wenn man es den als solches Bezeichnen will. Immerhin gibt es dort nur eine Schalldusche um sauber zu werden. Ich persönliche halte mich von den Dingern fern. Sie führen eher dazu, dass ich anschließend aussehe, als hätte man mich unter Strom gesetzt. Für Menschen mag diese Art der Reinigung funktionieren.

“Nyla, hör auf herumzustreunen und leg dich hin! Wir haben nur ein paar Stunden”, murrt Kitty von unter der Decke. Nur ihre hellroten Haare schauen hervor. “Schon gut, bin ja gleich im Bett”, antworte ich. Sekunden später liege ich auch schon bäuchlings auf der Matratze. Mein Fell ist dick genug, als dass ich keine Decke brauch, dafür nutze ich sie lieber um darauf zu liegen, anstatt darunter. “Schlaf gut”, murre ich noch leise bevor ich die Augen schließe.

Das grausame surrende Geräusch der Sirenen wirft mich überraschend aus dem Bett. Ich brauche nur eine Sekunde, um mich zurecht zu finden. Auf dem Boden des Quartiers liegend starre ich an die Decke. Dann springe ich auch schon auf die Beine. Das rote Licht des Alarms erhellt den Raum. Kitty schlägt gerade die Decke zurück und ist auch schon dabei, in ihre Zerosuit zu schlüpfen. Nur Sekunden später verlassen wir die Baracke und machen uns schnell auf den Weg zu unseren Posten.

Die Gänge des Basiscamps werden von den sich drehenden, roten Lampen erhellt. Dazu gesellt sich das durchgängige Surren des Alarms. Die Gänge werden gerade stark frequentiert. Soldaten und Techniker eilen hindurch um auf ihre Posten zu komme. Niemand hat Zeit auch nur einen Moment inne zu halten. Wie eine gut geölte Maschine begibt sich jeder auf seinen Platz. Dauerndes Training und wiederholte Übungen machen sich in diesen Momenten bezahlt.

Als wir schließlich das Arsenal erreichen, werden unsere Rüstungen gerade von den Stationen gelassen. Zischen lösen sich Kabel und Verschlüsse, bevor sich die Decke surrend darüberlegen. Zugleich sind bereits ein paar Rüstungen mitsamt Piloten einsatzbereit während andere gerade bestiegen werden. Kitty und ich eilen zu unseren Rüstungen. Schnell bin ich in meiner, während sie doch etwas länger braucht. Nicht perfekt abgestimmt, braucht es ein paar Minuten in diese Waffen zu steigen.

Trotzdem sind wir Minuten nach dem erklingen des Alarms Kampfbereit. Die Anzeigen meiner Rüstungen zeigen eine hundertprozentige Bereitschaft an während zugleich die Sensoren die direkte Umgebung auf Feinde prüft. Dabei sind die Wände des Basiscamps nur ein kleines Hindernis. “Jemand eine Ahnung, was genau los ist?”, frage ich schließlich in den offenen Kanal, der für den Bereich der Waffenkammer gedacht ist.

Es dauert einen kleinen Moment bevor die Rückmeldung von den anderen kommt. “Nicht die Bohne”, ist dabei sinngemäß die gängige Antwort. Leise knurrend richte ich meinen Blick wieder auf die Sensordaten. Hitze und Radarsignaturen sind normal für die Basis. Eigentlich nichts auf dem Schirm, dass einen Alarm rechtfertigen würde. Zwischendurch wandern meine Augen zu Kitty. Trotz der Rüstung ist es an den leichten, ruckartigen Bewegungen der einzelnen Gelenke leicht abzulesen, dass sie sich scheinbar auf eine Auseinandersetzung freut. Nicht dass ich es ihr verübeln könnte. Ich selbst könnte auch ein wenig mehr Spannung vertragen.

Es vergehen quälend lange Minuten, bis endlich ein offizieller Funkspruch auf dem Befehlskanal kommt: “Alle herhören, hier spricht Commander Olaf Birky! Dies ist keine Übung, ich wiederhole: dies ist keine Übung. Wir befinden uns unter Beschuss durch einen unbekannten Feind. Noch hält das Schild, aber die Artillerie ist schwerer als erwartet. Die Kampfgruppen bekommen die vermuteten Koordinaten des Feindes für einen Gegenangriff mitgeteilt. Wir haben bisher vier Stellungen ausgemacht. Luftunterstützung kann nur begrenzt eingesetzt werden. Viel Glück da draußen.”

Die Einteilung der Kampfgruppen ist recht Simpel. Acht Ulfsarks und zwei schwere Rüstungen. Die ersteren haben dabei die Aufgabe Feuerunterstützung zu liefern während die anderen zwei sich direkt ins Getümmel stürzen. Unter normalen Gefechtsbedingungen würden vier Kampfgruppen mitsamt Luftunterstützung in einer Einheit eingesetzt werden und durch schwere Fahrzeuge soweit nötig verstärkt werden. Da wir uns aber auf Piratenjagd befinden, hat niemand damit gerechnet, vollständige Kampfeinheiten zu benötigen. Was bedeutet, dass jede Kampfgruppe mit zwei schweren Rüstungen auskommen muss.

Als sich die Rampe des Arsenals öffnet, werden wir von dem Anblick eines flackernden Energieschildes begrüßt. Plasmaladungen scheinen gegen eine unsichtbare Wand zu fliegen. Diese gleißenden Kugeln sind jedenfalls nichts, mit dem man Spaßen sollte. “Kampfgruppe Tyr, wir haben den nördlichen Quadranten. Wir brechen mit der Kampfgruppe Sigel gerade nach draußen und wenden uns anschließend nach rechts. Bleibt wachsam!”, gibt Kitty den Aufbruchsplan bekannt.

Während sich die Gruppe noch sammeln, flackert der Energieschild weiter unter dem Plasmabeschuss. Immer wieder zischelt es an den Rändern, als die Hitze den eisigen Schnee berührt. Das flüssige Gas brennt sich Meterweit in das ewige Eis hinein. Trotzdem behalten die Gruppen die Nerven, bis es schließlich aufbraucht heißt. Wie ausgemacht stürmen die Kampfgruppen Tyr und Sigel gemeinsam aus der Basis hinaus. In der losen Formation bietet wir kein gutes Ziel für feindliches Artilleriefeuer, aber das scheint auch gar nicht deren Ziel zu sein.

Kitty lässt unsere Truppe sofort nach Norden schwenken, als wir die Energiebarriere hinter uns gelassen haben. Dabei bewegen wir uns in das Tal einer Schneewehe, womit wir kaum ins Ziel geraten können. “Vier Klicks Entfernung, haltet die Augen offen”, meint Kitty schließlich. Leicht nickend schließe ich zu ihr nach vorne auf. Mit den zusammengeschlossenen Sensoren lässt sich ein recht großes Gebiet abdecken. “Wir sollten versuchen, solange wie möglich in einem Tal zu bleiben. Kein Grund das direkte Feuer auf uns zu ziehe”, meine ich und betrachte zugleich die wenigen Informationen, die wir zu diesem Gebiet haben.

Durch den Schneesturm verändert sich das Gebiet permanent, sodass jede Karte des Geländes innerhalb von wenigen Stunden völlig nutzlos ist. Bis auf ein paar Landmarken ist das ganze Gelände unbekannt. Die gekoppelten Sensoren der Rüstungen erlaube es uns aber, auch in diesem Umfeld so etwas wie Ordnung zu bewahren. Kitty und ich bilden die Vorhut während die Ulfsarks in einigem Abstand in zweier Teams folgen. Wir kommen eigentlich relativ gut voran, obwohl uns die weiße Decke bei jedem Schritt zu bekämpfen scheint.

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Was jeder Autor über das Überarbeiten wissen muss

Tja.. die Wörte die sich gerne wiederholen *kichert*

Hans Peter Roentgen

Mir ist es wieder passiert. Mein Manuskript ist fertig, ich habe es an Testleser geschickt. Und schon kommt es zurück, nach nur zwanzig Seiten Lektüre. Du hast viele Wiederholungen, sagte mir Jana Franke, und achte Mal darauf, wie oft du »locken« verwendest.

Seufz. Also zurück zu Start. Ziehe keine 4000 Euro ein. Ich habe das ganze Manuskript nochmals bearbeitet und nur auf Wiederholungen geachtet. Auf nichts anderes. Und siehe da, danach war der Text um 15% kürzer, sehr viel knapper und lesbarer.

Danach habe ich mit der Suchfunktion das Wort »locken« geprüft. Lockt zum Kaufen. Der Klappentext soll locken. Klar, ein Klappentext soll locken. Aber ein Ratgeber über den Klappentext, der auf jeder Seite lockt, ist dann doch nicht so verlockend. Also habe ich das Wort fleißig ausgedünnt. Bei einer Kollegin war es das Wort »gleiten«, das sich durch den Text zog. Was ist Ihr Lieblingswort?

Es gibt einige Erfahrungen…

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Science Fiction und die Probleme des FTL Drives

Was wäre Star Trek ohne den Warpdrive oder Andromeda ohne Slipstream? Selbst Mass Effect besitzt einen FTL Driver. Schneller als das Licht zu Reisen ist einer der Eckpfeiler vieler Science Fiction Storys, natürlich nur jener, die auch die endlosen weiten des Weltalls als ihren Spielplatz auserkoren haben.

Dabei ist die Bewegung mit Überlichtgeschwindigkeit natürlich eine komplexe Theorie. Diese besagt, dass die Zeit langsamer vergeht, je schneller man sich Bewegt. Beim Erreichen der Lichtgeschwindigkeit würde die Zeit in der Theorie stillstehen. Oder zumindest ist es eine Theorie.

Die meisten FTL Antriebe in der Literatur arbeiten gerne mit alternativen Dimensionen, Halbdimensionen, Raum und Zeitfaltung und was den Autoren sonst noch eingefallen ist. Sprungtore, Wurmlöcher, Tachyonen. Die Auswahl an vorhandenen Ideen scheint endlos. Viele wirken vor allem auf den ersten Blick sehr logisch. Und da liegt vielleicht auch der Trick. Man muss nur genug physikalische Theorie haben, um zumindest auf dem ersten, eher oberflächlichen Blick einen Sinn zu erreichen.

Das tiefere Wissen, wie die Antriebe funktionieren, können die Autoren auch gar nicht haben. Nötige Technologie existiert nicht, Teilchen wurden noch nicht gefunden und gelten nur als theoretisch existent. Es bedarf keines Sheldon Coopers um zu erkennen, dass bei Science Fiction die Fantasie der Autoren eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Eine der einfachsten Möglichkeiten um zumindest annähernd Lichtgeschwindigkeit zu erreichen, ist das verringern der Masse eines Objekts. Dieses Prinzip wurden in Mass Effect ausführlich benutzt. Dabei ist die Theorie dahinter einfach und zugleich bewiesen: Je weniger Masse ein Objekt besitzt, desto weniger Energie wird für die Bewegung eben dieses benötigt. Sollte also die Technik bestehen, die die Masse eines Objekts beeinflussen kann, so ist es kein Problem mit der heutigen Technik bereits ein Shuttle zu bauen, dass die Strecke zum Mars in wenigen Tagen zurücklegen kann. Denn wenn man anstatt mehrere hundert Tonnen an Stahl nur ein paar hundert Kilogramm bewegen muss, sieht die Sache doch ein wenig anders aus. Natürlich sollte man das Dinge auch wieder bremsen können, bevor es im roten Planeten Bruchlandet

Dagegen gehört der Warpdrive zu den beliebtesten Varianten, was wir vermutlich Star Trek verdanken haben. Ganz zu hundert Prozent ist mir die Theorie dahinter nicht klar, aber wenn ich es richtig im Kopf habe, arbeitet der Warpdrive im Grund mit dem Falten der Raumzeit. Allerdings wird selten darauf eingegangen, dass dadurch die Zeit auf den Schiffen und auf Planeten unterschiedliche schnell vergeht. Oder habt ihr je Kirk sagen hören: „Wir sind auf einer sechs Jahres Mission, aber in der Zeit werden auf der Erde zwanzig vergangen sein.“

Natürlich gibt es auch noch die netten Sprungantriebe, die zumindest das Zeitparadox eliminieren, da der Wechsel von einer Position zur nächsten sofort passiert. Auch diese arbeiten mit der Theorie der Raumfaltung. Allerdings verzichten sie auf die Möglichkeit aktiv in diesem Status zu fliegen. Im Grund reißen sie ein Loch in den Raum, nicht unähnlich einer Einstein Rosenbrücke aka Wurmloch.

FTL hat allerdings noch ein weiteres, kleines Problem, das fast nie angesprochen wird: Der Stress, dem der menschliche Körper ausgesetzt wird. Ich meine, Überschall ist bereits für untrainierte Piloten kaum auszuhalten und jetzt bewegen sich Raumschiffen mit mehreren tausend Menschen an Bord mit Lichtgeschwindigkeit? Gut, das Problem wurde oftmals ganz einfach durch G-Dämpfer behoben. Dabei handelt es sich um eine Technik, die sowohl für die künstliche Schwerkraft genutzt werden kann, als auch dafür, übermäßige Krafteinwirkung zu kompensieren. Keine Ahnung wie das funktionieren soll. Vermutlich wird irgendwie gleich viel Kraft gegen die einwirkende Kraft gerichtet, was dazu führt, dass das Ergebnis gleich null ist.

Ich selbst bin mir noch nicht wirklich sicher, welche Varianten sich in meiner SciFi Geschichte wiederfinden werde. Vermutlich mehrere. Immerhin hab ich es nicht so mit dem auswählen. Und warum wählen, wenn man mehr haben kann. Ihr könnt Euch aber darauf gefasst machen, dass es heiß hergehen wird.

Schnurrig
Neko

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Sanchuniathon, Phönizier ca, 1.200 vC

Wie hieß es irgendwo so schön? Wissen muss sich bewegen.
Sobald es festgeschrieben ist, wollen es nur die wenigsten noch anfassen 😺🐾

Blütensthaub

„Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.“

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Vulgarismen in Word

Word kann einen doch noch zum Lachen bringen :3

Vulgarismen

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Kleines Update

Heute mal nur ein kleines Update was den weiteren Verlauf der Patreon Story angeht. Manche haben schon gemerkt, dass es im Menü ein paar Umstrukturierungen gab. Jedenfalls ist da nun eine Seite mit den Links zu den einzelnen Beiträgen.

Nach wie vor gilt, auf Patreon werden die einzelnen Szenen sofort veröffentlicht während sie hier sieben Tage später erscheinen. Davon abgesehen, sollte es eine Szene mit erotischem Inhalt geben, wird diese hier nicht direkt erscheinen, weil WordPress Inhatsgedingens und so. Stattdessen wird es einfach einen Link auf den Teil auf der Seite SoFurry geben. Das wird dann ungefähr SO aussehen. Zugleich wird dieser Beitrag auf Patreon nur für Patreons bleiben. Auch hier spielen wieder die Inhaltsrichtlinien eine Rolle.

Wenn alles gut läuft, gibt es in Zukunft zwei bis drei Updates die Woche, also die Story entwickelt sich fast rasend. Ohja, am Ende eines Kapitels wird es dieses als PDF zur gesamte Lektüre geben. Und ganz am Ende wird vielleicht ein Buch drauß.

Ohja, und eine Info noch: Auf Patreon biete ich für Unterstützer Belohnungen an. Momentan habe ich nur ein, und das ist ein Gastcharakter. Man darf sich also einen Charakter ausdenken / mit mir zusammen erstellen, der dann in einer Szene eine Rolle spielt. Natürlich tretet ihr alle Rechte an dem Char an mich ab 😛 . Es gibt allerdings natürlich eine Erwähnung für den Unterstützer der den Charakter bekommen hat.

Das wars dann erstmal.

Schnurrig
Neko

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So schreibst du Cliffhanger, die dein Publikum nicht nerven

Cliffhanger! Der Film hatte übrigens keinen 😛

MARCUS JOHANUS

so schreibst du cliffhanger die dein publikum nicht nerven

Cliffhanger gehören zu den häufigsten Stilmittel in der Spannungsliteratur. Das Publikum kennt sie in unzähligen Varianten. Das führt dazu, dass viele Leser nur noch mit den Augen Rollen, wenn sie einen Cliffhanger erleben. Wie sollst du auf dieses Phänomen reagieren? Etwa eniger Cliffhanger benutzen oder vielleicht gar keine?

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