Hyperlative – Unrettbarer geht’s gar nicht mehr

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!

Einmal mehr darf ich mich in die Abgründe der modernen Sprachvergewaltigung begeben, um einem Phänomen auf die Spur zu kommen, dass sich sogar in den normalen Sprachgebrauch durchgesetzte hat und nicht nur bei politischen Korrekten Texten zu finden ist. Die Rede ist natürlich vom Hyperlativ. Das können sie noch so oft in den Duden schreiben, es ist einfach nur dämlich. Es gibt einfach Wörter die sich nicht mehr steigern lassen. Das ist ja ansonsten als würde man auf den Mount Everest noch ne Schaufel drauflegen.

Das beliebteste Wort, das mit dem Hyperlativ geschlagen wurde, ist definitiv einzig. Japp, einzig und allein und dann war da noch wer einziger und alleiniger. Und natürlich gibt es auch noch den einzigste und alleinsten. Ich weiß, hat das nen dramaturgischen Effekt oder dient es nur dazu, zu untermalen, dass das Bildungssystem versagt hat? Eins kann man ja auch nicht steigern. Einsiger? Vielleicht ist das ganze aber auch eine Dialektsache. Ich meine, hier sagt man „Oanzig“ oder „s Oanzige“. Aber das kommt auch nicht wirklich hin.

Es mag zwar sein, dass das Hyperlativ im literarischen Sprachgebrauche seine Berechtigung hat, aber in der normalen Sprache hat es an sich nichts zu suchen. Als Beispiel einer richtigen Verwendung des Hyperlativ bietet sich der Satz aus Orwells „Farm der Tiere!“ an. „Alle Tiere sind gleich, nur manche sind gleicher“. Von so einzelnen Fälle, wo das Hyperlativ dazu genutzt wird einen Vergleich zu ziehen, der so nicht korrekt ist und damit auf einen Missstand hinzuweisen, den es eigentlich nicht geben sollte.

So haben wir zwar die literarische Freiheit um ein Hyperlative zu verwenden, sollten es aber doch im normalen Sprachgebrauch nicht tun. Und da kann es im Duden noch dreitausend Mal stehen. Ich jedenfalls halte mich vom Hyperlativeher fern und wenn es wer dauernd verwendet, denk ich mir meinen Teil ganz einzigst und alleinigst.

Schnurrig
Neko

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Über Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
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3 Antworten zu Hyperlative – Unrettbarer geht’s gar nicht mehr

  1. lesenundmehr schreibt:

    Zum Ruhrgebietssuperlativ äußerte ich mich ja schon an anderer Stelle… Aber du zweifelst daran, dass unser Bildungssystem versagt hat? Ich sag nur ‚Isch geh Aldi, war zu, dann isch Lidl‘ – noch Fragen? 😉
    Liebe Grüße
    Tanja

    Gefällt 1 Person

  2. lesenundmehr schreibt:

    Na gut, dann hadern wir nur ein wenig damit. 😉

    Gefällt 1 Person

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