Springfuß Jack

Springfuß – Jack

Der Nebel liegt in dichten Schwaden über den Straßen. Das Licht der Gaslampen durchdringt die weiße Wand nur ganz leicht. Kein Strahl des hellen Mondes dringt durch die Wolken. Geräusche erklingen nur Gedämpft in den nebligen Straßen während in dieser tiefen Nacht nur wenige Kutschen durch London fahren.

Zu dieser späten Nacht erklingen nur selten Schritte und doch kann ein gutes Ohr sie durch den Nebel vernehmen. Tock Tock Tock, klingt es gedämpft durch die weiße Wand, im Takt der Schritte. Die festen Ledersohlen trommeln auf das Kopfsteinpflaster. Aus dem undurchdringlichen Weiß schält sich eine gehetzte Gestalt. Ein jungen Mann im Anzug mit Zylinder und einem Gehstock eilt über das Kopfsteinpflaster während er zugleich mit panischen Augen über die Schulter sieht. Von einer Gastlaterne zur nächste eilt er, als wäre der Teufel selbst hinter ihm her.

Schnellen Schrittes eilt der junge Mann weiter durch den Nebel, immer mit einem Blick über die Schulter. Klackend rennt er weiter, immer mit einem Blick über die Schulter während er um die nächste Ecke rennt. Der Schein der Gaslampen lässt den Schweiß in seinem Gesicht glitzern. Noch eine Kurve folgt, ehe der Mann um Lichtscheint einer Laterne stehen bleibt. Schwer atmend schaut er sich um, ehe er dann erleichtert ausatmet.  „Puh, abgehängt.“, keucht er und wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht.

Dann durchdringt ein anderes Geräusch die Nebelwand. Als würde eine Springfeder immer wieder vom Boden abheben. Die Augen des jungen Mannes weiten sich Schrecke während er zugleich seinen Spazierstock fester umklammert. Mit panischem Gesichtsausdruck drückt er sich an die Laterne. Seine Augen wandern unruhig von einer Seite auf die anderen bei dem Versuch alles im Auge zu behalten. „Niemand entkommt mir!“, tönt eine gruselige Stimme aus dem Nichts. Es klingt fast als würde ein Nagel über eine Schiefertafel kratzen.

Panisch versucht der junge Mann die Flucht zu ergreifen. Ohne auch nur eine Sekunde mehr zu verschwenden, stürmt er aus dem Schein der Lampe hinfort. Dort wo er noch einen Moment zuvor stand, erscheint nun für eine Sekunde eine Gestalt. Rot leuchtenden Augen, Hörner auf den Kopf und flammen die aus seinem Maul schlagen sind alles was man in diesem einen Moment erkennen kann, ehe die Gestalt sich mit einem Sprung weiterbewegt. Erneut erklingt das seltsame Geräusch einer Sprungfeder.

Weiter erklingt das Geräusch von Schritten gefolgt von dem einer Sprungfeder in der Nacht. Der Mann hetzt sich weiter um die Kurven des nächtlichen London während sich der Dämon springend sich ihm nähert. „Lass mich in Ruhe du verdammtes Monster!“, brüllt der Mann atemlos während er sich an einem Laternenpfahl einhackt um schneller um die Kurve zu kommen. Doch leider lässt sich der Springend dadurch nicht abhalten. Sein diabolisches Lachen hallt durch den Nebel. Immer näher kommt der Springdämon, trotz der kopflosen Flucht des jungen Mannes.

Der Abstand zwischen den Beiden wird immer kürzer, immer näher erklingt das Springgeräusch an den Ohren des zukünftigen Opfers. Derweil scheint der Nebel noch dichter zu werden, sodass man fast die Hand nicht mehr vor Augen sehen kann. Plötzlich erklingt ein dumpfer Schrei, gefolgt von gespenstischer Stille.

Am nächsten Morgen verkünden die Zeitungsjungen laut: „Extrablatt, Extrablatt! Springfuß Jack hat neues Opfer gefunden! Scotland Yard steht vor einem Rätsel! Lesen sie alles hier!“

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Über Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
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